Mit zwei aus Holzlatten gezimmerte Toren, die aus einem Schuppen an der Hauptstraße Sonntag für Sonntag hinunter zu den Mainwiesen getragen werden mussten, begann im Jahr 1912 Jahren der Spielbetrieb eines gerade einmal sechzehn Mitglieder starken Vereins. Hundert Jahre später feiert der „FSV Teutonia Obernau“ einen ganzen Sommer lang mit mehreren sportlichen und gesellschaftlichen Veranstaltungen sein einhundertjähriges Bestehen und blickt auf zahlreiche sportliche Erfolge zurück.

 

Gründungsvorsitzender des frisch aus der Taufe gehobenen Vereins war Karl Arnold. Ihm zur Seite standen als weitere Vorstandsmitglieder Georg Fecher, Johann Oberle, Alois Schmitt und Peter Röhl. Die Freude am Ballspielen am Ufer des damals noch nicht kanalisierten Mains währte nur kurz: Zwei Jahre später brach der Erste Weltkrieg aus und riss große Lücken in die Reihen der Obernauer Fußballer. Die Kriegsheimkehrer ließen sich nicht entmutigen und fanden unter der männlichen Dorfjugend fußballbegeisterten Nachwuchs. So gelang es, nach dem Beitritt zum Süddeutschen Fußballverband eine schlagkräftige Mannschaft aufzustellen, die an überörtlichen Verbandsspielen teilnahm und nicht enttäuschte. Größter Erfolg der Zwischenkriegszeit war die Erringung der Meisterschaft in der A-Klasse.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang unter den ab 1945 amtierenden Vorsitzenden Franz Mergler und Josef Dümig ein hoffnungsvoller Neuanfang. Zwar gewannen die Obernauer bereits 1951 den Meistertitel in der B-Klasse und konnte sich danach noch 20 Jahre lang in der A-Klasse halten, dann aber hieß es wieder absteigen. Aus der B-Klasse heraus gelang jedoch unter Trainer Berthold Freund das Unwahrscheinliche: Nach einem Sieg über den Bayern-Ligist Kickers Würzburg holte die 1. Teutiona-Mannschaft den unterfränkischen Fussballpokal nach Obernau. Dies war zugleich die erste Qualifikation eines B-Klassenvertreters zur DFB-Pokal-Hauptrunde in der bisherigen deutschen Fußballgeschichte. 1974 klappte es dann mit dem Wiederaufstieg in die A-Klasse, und im unterfränkischen Pokalwettbewerb wurde Obernaus Mannschaft Vizemeister. Unter ihrem Trainer Joachim Hufgard stieg die zwischenzeitlich wieder in die B-Klasse abgerutschte 1. Mannschaft ab 1988 in mehreren Etappen bis in die Landesliga Bayern-Nord auf, wo sie sich von 1993 bis 2001 halten konnte. Dann folgten wieder Jahre der Ernüchterung, die am Tiefpunkt in der die A-Klasse im Jahr 2010 erst durch Herumreißen des Ruders unter dem neuen Trainer Michael Rohe beendet wurden. Die derzeitige Punktspielrunde gestaltet sich etwas zäh, da der Klassenerhalt noch nicht in trockenen Tüchern ist.

 

Viel Wert legt der Verein auf die Jugendarbeit. Überörtliche Erfolge sind hier nur eine Seite der Medaille. Kameradschaft sowie Freude und Spaß am Spiel sind den zwanzig ehrenamtlichen Betreuer genau so wichtig. Derzeit spielen 150 Jugendliche in 10 Mannschaften. Sportlich waren erfolgreich die A-Junioren, die zwischen 1991 und 2003 zweimal der Bayernliga angehörten. Die U17-Junioren wurden im letzten Jahr Meister der Kreisklasse und kicken jetzt erfolgreich in der Kreisliga. Zwischen 1987 und 2002 existierte auch eine Damenmannschaft, die zeitweilig auch in der Bezirksliga „kickte“. Wegen Nachwuchsmangels löste sie sie ausgerechnet im Jahr des Gewinns der Kreismeisterschaft auf.

 

Bis Ende der 1920er Jahre sich das sportlichen Geschehen am Mainufer ab. Da die dortigen Wiesen der Mainkanalisierung und des Schleusenbaus zum Opfer fielen, erhielt der damalige Vereinsvorsitzende Bernhard Kneisel von der damals selbständigen Gemeinde Obernau die Genehmigung, im Bollenwald einen Sportplatz herzurichten, der nach zweijähriger „harter Eigenarbeit“ – wie die Vereinschronik schreibt – 1930 eingeweiht wurde. 30 Jahre später stellte die Gemeinde Obernau dem Verein im Erbbaurecht zusätzlichen Grund zur Verfügung, auf dem 1969 das in ebenfalls mehrjähriger Eigenleistung erstellte neue Sportgelände mit dem Vereinsheim mit einem Freundschaftsspiel gegen die Frankfurter Eintracht eingeweiht wurde. 1990 wurde das Vereinsheim modernisiert und um zusätzliche Umkleideräume und Duschen erweitert. 2300 ehrenamtliche Helferstunden machten es möglich. Mit städtischer Förderung erhielt der Sportplatz 1994 einen Kunstrasen, der 2008 mit einem neuen Belag saniert wurde.

 

Unter den Vereinsvorsitzenden amtierte Wilhelm Hein mit 20 Jahren von 1948 – 1968 mit 20 Jahren am längsten an der Spitze. Ihm folgten bis1979 Franz Herzog, Josef Oberle und Klaus Balonier, der nach einer mit Georg Hartig und Georg Maier ausgefüllten Interimszeit ab 1989 erneut den Vorsitz innehatte. Im folgten 1995 Dr. Hermann Elbert, 2001 Robert Eck und 2005 Andreas Theilig. Ab 2011- 2014 hatte Cem Atasoy den Vorsitz inne.  Im Oktober 2014 wurde Gabi Meister zum ersten Vorsitzenden gewählt.